Klimakanzlerin

Bärdel war mit Kulle auf seinem Morgenspaziergang rund um Bärenleben an diesem Tag allein, und das war ihm recht, denn er hatte etwas auf dem Herzen.

Kulle (er liebt immer noch die Photos seiner alten Inkarnation) neben Bärdel (der aussieht wie immer)

„Kulle“, sagte er, „ich verstehe da etwas nicht.“

Kulle verkniff sich die Bemerkung, dass dergleichen häufiger der Fall war, und antwortete ermutigend: „Schieß los!“

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Albtraum

Es war hinter ihr. Sie spürte seinen heißen Körper, sein Feueratem wollte ihr die Nackenhaut verbrennen. Sie hätte ihn fauchen hören sollen, aber es herrschte völlige Stille. Sie versuchte verzweifelt fortzulaufen. Ihre Beine bewegten sich rasend schnell. Aber sie kam nicht vom Fleck. Außer den Beinen und den Füßen, die immer an derselben Stelle auf den Boden trommelten, konnte sie nichts bewegen. Auch nicht den Kopf. Den hätte sie zu gerne gedreht, um erkennen zu können, was sie verfolgte. Gleichzeitig hatte sie genau vor dieser Erkenntnis Angst. Sie wollte um Hilfe rufen, aber aus ihrer Kehle kam kein Laut. Sie konnte sehen, aber nur nach vorne und sie sah nichts. Vor ihr war alles pechschwarz. „Albtraum“ weiterlesen

Die Kanzlerin

Ramses

Die Kanzlerin

„Entschuldige bitte, Joachim! Ja, natürlich möchte ich lieber zusammen mit Dir in den Alpen wandern, wie jeden Sommer. Und ich habe nun mal nur knapp drei Wochen Urlaub vom Regieren, das ist wenig genug. Du als Prof mit Deinen opulenten Semesterferien – davon kann unsereins nur träumen. Die paar Tage muss ich jetzt für meine Zukunft nutzen. Kannst Du vielleicht mit Deinem Sohn wandern gehen?“ „Die Kanzlerin“ weiterlesen

Der schon wieder

Der Kanzler war jetzt nicht mehr, wie schon lange, nur verzweifelt, er war superverzweifelt, ultraverzweifelt, hyperverzweifelt. Deshalb hatte er im Deutschen Bundestag die Vertrauensfrage gestellt und war wunschgemäß gescheitert. Nun war es am Bundespräsidenten, die Neuwahlen zu erlauben, die der Kanzler damit bezweckte. Aber was bezweckte er mit dem Zweck? Konnte er mit diesem Zweck-Mittel das Ziel erreichen, wiedergewählt zu werden, ja, wollte er überhaupt wieder gewählt werden, da er doch klar gemacht hatte, dass er jetzt weder weiter regieren konnte noch wollte? Schlaflos wälzte er ich nachts auf zerwühlten Bettlaken herum, bis er zumindest einen Entschluss fasste. Am nächsten Morgen suchte er seinen alten zerschlissenen Rucksack, der alle Umzüge überstanden hatte, aus einer Kellerecke hervor. „Der schon wieder“ weiterlesen

Kultes Kanzler-Interview

Kulles Kanzler-Interview

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Kulle
Kulle:
Guten Morgen, Herr Kanzler. Haben Sie gut geschlafen?
Kanzler:
Danke, ausgezeichnet.
Kulle:
Das wundert mich. Denn die Gewinneinkommen sind in den vergangenen sechs Jahren um netto 44 Prozent gestiegen, und die Einkommen aus abhängiger Beschäftigung netto um 3 Prozent. Der hohen Staatsverschuldung auf der einen Seite steht eine ungeheure Anhäufung der privaten Geldvermögen gegenüber. 30 Prozent des Geldvermögens waren 1996 auf drei Prozent der privaten Haushalte konzentriert. Und das läßt einen sozialdemokratischen Kanzler ruhig schlafen? „Kultes Kanzler-Interview“ weiterlesen

…. und sein Nachfolger

Kulles Vorlesung
Bestimmt erinnert ihr euch daran, daß es einem Menschen auf der Welt gibt, der nicht nur weiß, wo das Beerental genau liegt, sondern der auch erlebt hat, wie es dort zugeht. Richtig – der Kanzler. Er hatte sich nach seinem bärigen Abenteuer nur noch gesund ernährt – abgesehen von dem einen oder anderen Glas Champagner, aber das ist ja, wie man in vielen anderen Märchen lesen kann, letztlich auch Medizin -, war viel Fahrrad gefahren und so sehr alt geworden. Aber eines Tages stand Freund Hein auch auf seiner Türschwelle, und der Kanzler ließ sich friedlich davonführen. „…. und sein Nachfolger“ weiterlesen

Der Kanzler

baum

Es war einmal ein Kanzler, der war der mächtigste Mann in seinem Land. Und weil er so mächtig war, hatte er Angst vor allen Menschen. Deshalb versuchte er, sich vor ihnen zu schützen: Wenn er unterwegs war, benutzte er immer ein großes gepanzertes Auto mit kugelsicheren Scheiben, er ließ sich von Killern bewachen – die nannte man vornehm „Bodyguards“ -, und überdies begleitete ihn stets eine Polizeieskorte. „Der Kanzler“ weiterlesen